Wahnsinn was hier alles möglich ist Die Nacht der weiterführenden Schulen lockte viele Interessierte ins Berufsschulzentrum

WG 09Wiesloch. Die drei beruflichen Schulen im Schulzentrum stellten sich und ihre Angebote für Schüler mit einem mittleren Bildungsabschluss bei der „Nacht der weiterführenden Schulen“ vor. Dabei informierten sich zahlreiche interessierte Jugendliche und deren Eltern über die verschiedenen Bildungsgänge, die zur allgemeinen Hochschulreife (Abitur) oder zur Fachholschulreife führen können.

Bereits zu Beginn des Abends um 17 Uhr füllte sich die Aula, in der sich die verschiedenen Unterrichtsfächer der kaufmännischen Johann-Philipp-Bronner-Schule vorstellten. Unter den Interessierten auch der 14-jährige Felix aus Mühlhausen mit seinem Vater. Eines ist für den Realschüler klar: „Nach meiner Mittleren Reife will ich hier im Berufsschulzentrum weiter zur Schule gehen!“ Die RNZ begleitete den Schüler der 9. Klasse auf seinem Informationsrundgang durch die drei Schulen:WG 20

> Hubert-Sternberg-Schule

An der gewerblichen Hubert-Sternberg-Schule warben für das Technische Gymnasium (TG) die drei dortigen Vertiefungsbereiche um die zukünftigen Schüler: Marco (11. Klasse) war sich sicher, wer ein privates Interesse an Computern hat, der sollte die Informationstechnik mit den Fächern Digitaltechnik und angewandter Informatik wählen: „Wir programmieren hier selbstständig und nehmen alte PCs mit ihren ganzen Schaltungen auseinander.“ Für den Profilbereich Mechatronik warb Quentin, dies sei eine hervorragende Mischung aus Elektrotechnik und Maschinenbau. Zudem zeigte er sich davon überzeugt, dass er am Wieslocher TG mit den Tablet-Klassen und dem schülerfreundlichen Klima richtig gut aufgehoben sei. Die Schüler Finn und Malte zeigten sich von ihrem Profil „Umwelttechnik“ überzeugt. Finn findet, dass „die Verbindung zwischen Technik und Natur in der Umwelttechnik eine Faszination ist,“ und Malte ergänzt: „Wir beschäftigen uns mit der Frage, wie Nachhaltige Energie gewonnen werden kann“.WG 08

Daneben beherbergt die Gewerbeschule das einjährige BK Technik sowie das zweijährige BK Informations- und Kommunikationstechnik, die zum Erwerb der Fachhochschulreife führen.

Schulleiter Jürgen Becker zeigte sich am Ende des Abends zufrieden, dass sehr viele interessierte Schüler mit ihren Eltern gekommen seien. Besonders stolz zeigte er sich an seinem letzten Informationsabend vor der Pensionierung, dass neben dem neuen Herzstück der Schule, der ausgestellten Maschinenproduktion „Industrialisierung 4.0“ auch wieder eine Vielzahl von ehemaligen TG-Schülern am Abend die Schule besucht hätten.

> Louise-Otto-Peters-SchuleWG 19

Im Gebäude der sozial-hauswirtschaftlichen Louise-Otto-Peters-Schule stellten sich eine Vielzahl von Berufskollegs vor, die verschiedene Ausbildungsschwerpunkte (Sozialpädagogik, Soziales in Teilzeit, Biologie-Gesundheitslehre oder Gesundheit und Pflege) anbieten. Die Berufskollegs sind in diesem Bereich ein- bis drei-jährig angelegt und fungieren teils als Vollzeitschule, teils in Verbindung mit dauerhaften Praktika. Die Schulart kann zur Fachhochschulreife führen.

Die Schülerinnen Hannah, Sena und Paulina versuchten Felix auf seinem Rundgang von den Vorzügen des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums (SG) zu überzeugen. Das sechsstündige Profilfach umfasse gleiche Anteile von Pädagogik und Psychologie, mit diesem Wissen gehe man ganz anders durch den Alltag, zeigten sich die drei Schülerinnen überzeugt. Zudem würden die Wahlfächer Ernährung und Sozialmanagement nützliches Wissen vermitteln.

„Wir haben in diesem Jahr mehr Interesse und Zuspruch als im Vorjahr feststellen können, sowohl im Bereich des SG als auch bei den Angeboten für angehende Erzieher“, berichtete am Ende des Abends Schulleiter Oliver Wetzel.

> Johann-Philipp-Bronner-Schule

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Bei einem Erfrischungsgetränk kamen die Vertreter der SMV der kaufmännischen Johann-Philipp-Bronner-Schule ins Gespräch mit dem interessierten Felix: Dabei schwärmten Sara, Luca und Dennis vom kreativen und teils bilingualen Unterricht, der Möglichkeit des Unterrichtsfeedbacks an Lehrer, abwechslungsreichen Aktionen und Projekten sowie dem Fitnessstudio, welches allen Schülern des Berufsschulzentrums mehrmals wöchentlich kostenlos zur Verfügung stehe.

An der kaufmännischen Schule kann das Abitur am Wirtschaftsgymnasium (WG) erreicht werden, dazu können die Schüler zwischen den beiden Profilfächern „Wirtschaft“ oder „Internationale Wirtschaft“ wählen. Lehrerin Maike Rauch erläuterte, dass hier das Fach „Global Studies“ bilingual unterrichtet werde. Ob das Anspruchsniveau an Englischkenntnissen vorhanden ist, konnte sie bei den Interessierten sofort klären. Auch das Fach Wirtschaftsinformatik stieß auf reges Interesse, so Fachlehrer Michael Ehinger: „Viele Interessierte suchen die Kombination aus kaufmännischen und IT-Interessen, die dieses Fach am WG bietet!“

Neben dem WG besteht an der Handelsschule mit dem kaufmännischen Berufskolleg die Möglichkeit, nach dem erfolgreichen zweijährigen Abschluss die Fachhochschulreife zu erreichen.WG 11

Der stellvertretende Schulleiter der Bronner-Schule, Michael Ries, resümierte: „Diese lange Nacht im Berufsschulzentrum ist nach wie vor eine tolle Veranstaltung. Alle drei Schulen präsentieren sich gemeinsam als eine Einheit. Zudem ist es durch diese offene Veranstaltung für interessierte Schüler und Eltern möglich, die einzelnen Schulen mit ihren Lehrern und Schülern ganz ungezwungen kennenzulernen.“WG 21

Dem stimmt auch der 14-jährige Felix aus Mühlhausen zu. Er war beeindruckt und schätzte es besonders, dass er sich mit allen Fragen direkt mit Schülern austauschen konnte. Sein Vater zeigte sich begeistert von den vielen Möglichkeiten, die sich an beruflichen Schulen nach der Realschule auftun: „Das ist ja Wahnsinn, was hier alles möglich ist.“

Die Aufnahmeanträge für die jeweiligen Schularten müssen bis zum 1. März bei den Schulen eingegangen sein.