Nach 2025 erhält auch 2026 Zoё Trumpler den Preis des Landeswettbewerbs Deutscher Sprache und Literatur

24. Juni 2026

Damit gehört die Schülerin des Wirtschaftsgymnasiums der Bronner-Schule zum zweiten Mal zu den Siegerinnen des diesjährigen Wettbewerbs

Im letzten Jahr wurde aus ca. 500 Einsendungen Zoёs Kurzgeschichte „Und jetzt?“zum Thema „Wie ich einen Apfel aß“ als eine der besten zwanzig Beiträge ausgewählt und prämiert. Sie habe die Situation überaus treffend, in wunderbar heiter-besinnlicher Weise ausgestaltet, so die Organisatorin des Wettbewerbs, Dr. Juliane Horn, in ihrer Ansprache an die jungen Autorinnen und Autoren. Wenn dich der Hunger plagt, musst du bisweilen mit einem ungeliebten, faden Apfel Vorlieb nehmen, dessen Kerne dich jedoch – plötzlich und unvorhersehbar – vor neue Herausforderungen stellen.

„Ein seltsamer Trotz steigt in mir auf. Möglicherweise, denke ich, ist der Kern genauso wie der Rest des Lebens: bitter, ja, vielleicht sogar gefährlich.“ (…) „Ich nehme den nächsten Kern, beiße vorsichtig darauf. Da ist sie wieder – diese eigenartige, flüchtige Süße, die sich mit dem Bitteren mischt. Ein kleines Mysterium, verborgen in dem, was ich längst abgeschrieben habe“, reflektiert Zoё in ihrer Geschichte, in der vieles reift und wächst.

In diesem Jahr war es ihre kreative Umsetzung des Themas „Absurd“, die sie erneut zur Preisträgerin machte. Hier reflektiert ein Fisch im Restaurant über den Sinn und Widersinn des Lebens – und Sterbens auf dem Teller des Gastes:

„Toru blinzelte. „Bitte was?“

„Nichts“, sagte der Fisch, blies eine kleine Luftblase. „Ich philosophiere nur ein bisschen vor

mich hin. Es vertreibt die Zeit.“

„Und was ist deine neueste Erkenntnis?“

„Dass ihr Menschen den seltsamen Wunsch habt, dem Sinn aufzulauern, als wäre er ein

entlaufenes Haustier.“

„Ich dachte, du redest von Erkenntnissen, nicht von Spott.“

„Das ist manchmal dasselbe.“

Die Gewinnerinnen und Gewinner des renommierten Wettbewerbs treffen sich jedes Jahr in Tagungsstätte Heiligkreuztal und genießen ein abwechslungsreiches Programm rund um das Schreiben und Lesen. Sie tauschen sich untereinander über ihre Schreiberfahrungen aus und haben viel Freiraum, um sich ganz der Kreativität zu widmen. Darüber hinaus begegnen sie bekannten Schriftstellerinnen und Schriftstellern und befragen diese nach ihren Eindrücken, Tipps und Lebenswegen. „Wir werden sicherlich in Kontakt bleiben“, meint Zoё und betont, wie unsagbar bereichernd sie diese Auszeit vom „normalen Schulalltag“ mit all den neuen Impulsen erlebt hat und wie dankbar sie für diese Zeit ist, auf die sie sich nun zum zweiten Mal freuen darf. – Obwohl „unsagbar“ für Zoё kaum zutrifft: Sie wird immer Worte finden.

Text: Dr. Bettina Sieber
Bild. Zoё Trumpler