„Respekt kann ich dann erwarten, wenn ich zunächst in Vorleistung damit gehe!“

30. Juni 2026

Verabschiedung an der kaufmännischen Berufsschule

Die Johann-Philipp-Bronner-Schule verabschiedete mit einer Absolventenfeier 85 ausgebildete Büro-, Einzelhandels-, Industrie- und IT-System-Kaufleute sowie Verkäufer. Siebzehn dieser Auszubildenden wurden für ihre überdurchschnittlichen schulischen Leistungen mit Lob und Preis bedacht.

Werner Bender, der Abteilungsleiter der kaufmännischen Berufsschule, begrüßte die Absolventen und gratulierte ihnen zu ihrem erreichten Berufsabschluss.In seiner eindringlichen Rede kritisierte Bender die schwindende Respektkultur in der Gesellschaft und forderte einen grundlegenden Wandel im Umgang miteinander. Anhand von Beispielen wie dem Bundesliga-Schiedsrichter Deniz Aytekin unterschied der Abteilungsleiter zwischen funktionalem-vertikalem und menschlichem-horizontalem Respekt, wobei er letzteren als Schlüssel für ein friedliches Miteinander hervor hieb und den Absolventen zurief: „Wenn wir eine Kultur des Respekts wollen, dann müssen wir selbst die Ärmel hochkrempeln. Respekt ist kein Zustand, der einfach so da ist. Respekt kann ich dann erwarten, wenn ich zunächst in Vorleistung damit gehe!“

Schulleiter Frank Heusch legte in seiner Ansprache den Fokus auf Durchhaltevermögen und Resilienz gegenüber Rückschlägen im Schulalltag ebenso wie im Privatleben. Er zog einen Vergleich zu den verloren Deutschlandspielen der Fußballweltmeisterschaft und nutzte die Niederlagenerfahrung als Mutmacher zu einem Neustart auch für die berufliche Zukunft: „Lassen Sie sich von Rückschlägen nicht entmutigen. Vielleicht läuft das erste Vorstellungsgespräch nicht wie erhofft. Vielleicht klappt eine Prüfung nicht auf Anhieb. Vielleicht gibt es im Beruf oder im Studium Situationen, in denen Sie denken: Das war jetzt ein echter Dämpfer. Aber ein einzelner Rückschlag entscheidet nicht über Ihre Zukunft. Entscheidend ist, wie Sie danach weitermachen. Wer aufsteht, dazulernt und weitermacht, hat oft die besten Chancen, am Ende erfolgreich zu sein.“

Anschließend konnte Schulleiter Heusch siebzehn besonders gute Prüfungsleistungen prämieren: Es wurden acht Leistungen mit einem Lob (Notenschnitt besser als 2,1) und neun mit einem Preis (Notenschnitt besser als 1,7) im schulischen Teil der kaufmännischen Berufsausbildung bedacht.

Den mit 200 Euro dotierten VWA-Rhein-Neckar-Preis erhielten die drei Jahrgangsbesten (alle mit einem Notenschnitt von 1,1): Fabian Mayer (Industriekaufmann bei Heidelberger Druckmaschinen AG), Katharina Predmerski (Industriekauffrau bei Dehoust GmbH Leimen) und Phil Schau (Einzelhandelskaufmann bei IKEA Walldorf).

Musikalisch umrahmte die Feierstunde von Justus Menges mit Lehrer Patrick Vetter. Die schulischen Abschlusszeugnisse bekamen die ausgelernten Industriekaufleute von ihrer Klassenlehrerin Marion Frech, die Einzelhandelskaufleute von Klassenlehrerin Katja Bauer, die Verkäufer von ihrer Klassenlehrerin Eva Wittigayer, die Kaufleute für IT-System-Management von Klassenlehrer Michael Ehinger und die Kaufleute für Büromanagement von Klassenlehrer Richard Kornmeier. Im sich anschließenden inoffizielle Teil blickten die Absolventen auf die vergangenen Berufsschuljahre zurück und dankten ihren Lehrerinnen und Lehrern für deren Engagement.  

Text: Benjamin Starke
Bild: Sven Grünewald

Ein Lob erhielten:

Einzelhandel: Jennifer Herdt (Tschibo Wiesloch);

Industrie: Julian Reske (KS Gleitlager), Natalie Hofstetter (Draht Mayr);

Büromanagement: Lilly Becker sowie Mareike Kern (beide Rewe-Markt-GmbH), Pia Kirchner (MLP), Klara Breuer (Golfclub St. Leon-Rot), Frieda Appel (Braun EDL).

Einen Preis erhielten:

Einzelhandel: Phil Schau (IKEA Walldorf), Sascha Wilhelm (Toom Wiesloch), Maurice Merx (Digel Nußloch);

Industrie: Fabian Mayer (Heidelberger Druckmaschinen), Katharina Predmerski (Dehoust Leimen), Mathilda Kochner (Heidelberg Materials), Fabienne Bremer (KS Gleitlager St. Leon-Rot);

Büromanagement: Jannik Berberich (Auto Stern Leimen), Mara Leibig (Mietwäsche Schäfer Walldorf).